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Radschrauben-Länge richtig messen

Messschieber misst die Schaftlaenge einer Radschraube

Die Länge einer Radschraube bestimmt, wie tief sie ins Nabengewinde eingreift – und damit, ob das Rad sicher geklemmt wird. Vor dem Felgenwechsel lohnt daher ein Blick darauf, wo die Länge gemessen wird – und warum Herstellerangaben um 1 mm abweichen können.

Wo wird gemessen: Schaftlänge statt Gesamtlänge

Maßgeblich ist bei Kegel- und Kugelbundschrauben die Schaftlänge ab Anlagefläche – von der Stelle, an der der Bund in der Felge aufliegt, bis zum Gewindeende. Die Gesamtlänge inklusive Kopf ist für die Montage unerheblich. Am einfachsten messen Sie die ausgebaute Schraube mit dem Messschieber. Gängige Radschrauben gibt es mit Schaftlängen von 14 bis 66 mm.

Warum Herstellerangaben um 1 mm abweichen

In Katalogen wird nicht einheitlich gemessen: Manche Hersteller geben die reine Gewindelänge an, andere messen ab Anlagefläche und zählen Gewindeauslauf oder Kegelansatz mit. Rund ±1 mm Differenz sind deshalb normal und kein Mangel – entscheidend ist die tatsächliche Einschraubtiefe am Fahrzeug.

Zu kurz: zu wenig Einschraubtiefe

Greift die Schraube nur mit wenigen Gewindegängen, kann das Nabengewinde ausreißen oder die Verbindung sich im Fahrbetrieb lockern. Verbreitete Faustregel: Die Einschraubtiefe sollte mindestens dem Gewindedurchmesser entsprechen, bei M14x1,5 also rund 14 mm. Verbindlich sind die Vorgaben des Fahrzeug- bzw. Felgenherstellers.

Zu lang: Schraube stößt hinter der Nabe an

Eine zu lange Schraube kann hinter der Nabe an Bremsscheibentopf, Bremstrommel oder Teile der Feststellbremse stoßen. Tückisch daran: Das Drehmoment wird trotzdem erreicht, weil sich die Schraube am Hindernis festzieht statt die Felge zu klemmen – das Rad fühlt sich fest an, ist es aber nicht. Schleifgeräusche nach dem Radwechsel sind ein Warnsignal – sofort prüfen.

Distanzscheiben: Länge mitwachsen lassen

Feste Distanzscheiben ohne eigene Verschraubung vergrößern den Abstand zwischen Felge und Nabe. Damit die Einschraubtiefe erhalten bleibt, muss die Schraube um die Scheibendicke länger werden – bei einer 10-mm-Scheibe also 10 mm mehr Schaftlänge. Verbindlich sind dabei die Längenangaben im Teilegutachten bzw. in der Montageanleitung der Distanzscheibe. Verschraubte Spurverbreiterungen bringen meist eigene Längenvorgaben mit. Auch Stahl- und Alufelgen unterscheiden sich oft in der Dicke der Anlagefläche – im Zweifel beide Felgen am Schraubenloch vergleichen.

Faustregeln für die Praxis

  • Gleiche Felge, neue Schrauben: Schaftlänge der Originalschraube übernehmen.
  • Neue Felge: Dickenunterschied der Anlagefläche messen, Länge anpassen.
  • Distanzscheibe ohne eigene Verschraubung: Schaftlänge plus Scheibendicke.
  • Herstellerangaben vergleichen: ±1 mm Toleranz einplanen.

Zubehörfelgen brauchen neben der richtigen Länge oft die passende Bundform (fest oder beweglich) und Zentrierringe für den sauberen Sitz auf der Nabe. Bei Stehbolzen gilt die Einschraubtiefen-Logik sinngemäß für Radmuttern. Passendes Werkzeug zum Anziehen mit definiertem Drehmoment finden Sie im Shop – die Drehmomentwerte für Ihr Fahrzeug entnehmen Sie bitte immer der Betriebsanleitung oder den Herstellerangaben. Kontrollieren Sie die Radverschraubung nach dem Wechsel zudem nach kurzer Fahrstrecke noch einmal mit dem vorgeschriebenen Drehmoment.