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Radschrauben richtig anziehen: Drehmoment & Reihenfolge

Drehmomentschluessel zieht Radschraube am Rad an

Beim Radwechsel entscheidet nicht nur die passende Radschraube über den sicheren Sitz des Rads, sondern auch die Art, wie sie angezogen wird. Reihenfolge, Drehmoment und das Nachziehen nach den ersten Kilometern sind schnell erledigt, wenn man weiß, worauf es ankommt.

Vorbereitung: sauber und trocken

Vor der Montage die Anlageflächen von Rad und Nabe sowie die Gewinde der Radschrauben von Rost und Schmutz befreien. Gewinde und Bundauflage bleiben trocken – kein Öl, kein Fett, keine Kupferpaste. Beschädigte oder korrodierte Schrauben ersetzen, nicht wiederverwenden.

Über Kreuz anziehen – warum die Reihenfolge zählt

Die Schrauben zunächst handfest eindrehen, dann in zwei bis drei Stufen über Kreuz anziehen – bei fünf Schrauben entsprechend sternförmig: immer zur gegenüberliegenden bzw. schräg gegenüberliegenden Schraube wechseln, nie reihum. So zentriert sich das Rad gleichmäßig auf der Nabe. Wird reihum angezogen, kann das Rad schief anliegen und einzelne Schrauben tragen mehr Last als die übrigen.

Mit dem Drehmomentschlüssel auf Endwert

Der letzte Anzug erfolgt am abgelassenen Fahrzeug mit dem Drehmomentschlüssel. Das korrekte Anzugsdrehmoment steht in der Betriebsanleitung oder kommt vom Fahrzeug- bzw. Felgenhersteller – es hängt von Fahrzeug, Felge und Schraubentyp ab und unterscheidet sich von Modell zu Modell erheblich. Einen pauschalen Standardwert gibt es nicht: Maßgeblich ist allein die Herstellerangabe; wer sie nicht findet, fragt beim Hersteller oder in der Fachwerkstatt nach. Drehmomentschlüssel und Stecknüsse in SW17, SW19, SW21 oder SW24 finden Sie in der Kategorie Werkzeug.

Warum nach 50–100 km nachziehen?

Nach dem Radwechsel setzen sich die verspannten Teile: Lack- und Korrosionsschichten an den Anlageflächen geben nach, Aluminiumfelgen können sich geringfügig setzen. Die Vorspannkraft der Schrauben kann dadurch sinken. Deshalb nach 50 bis 100 km alle Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel kontrollieren – wieder über Kreuz, mit dem vorgeschriebenen Wert.

Häufige Fehler

  • Schlagschrauber zum Festziehen: Zum Lösen und Eindrehen praktisch, zum Festziehen ungeeignet – er überschreitet das Solldrehmoment unkontrolliert und kann Schrauben und Gewinde überdehnen. Endanzug immer per Drehmomentschlüssel.
  • Geölte Gewinde: Schmierung senkt die Reibung; beim gleichen Drehmoment entsteht eine deutlich höhere Vorspannkraft, die Schraube kann überlastet werden. Drehmomentangaben gelten für trockene Gewinde, sofern der Hersteller nichts anderes vorschreibt.
  • Falscher Bund: Kegelbund, Kugelbund und Flachbund sind nicht austauschbar, auch die Schaftlänge muss zur Felge passen. Bei Zubehörfelgen das Gutachten beachten – dort sind teils Radmuttern oder Schrauben mit beweglichem Bund vorgeschrieben.
  • Drehmomentschlüssel als Lösewerkzeug: Zum Lösen Radkreuz oder Knarre nutzen – Lösen und Verlängerungsrohre beschädigen die Messmechanik.

Wer diese Punkte beachtet, hat den Radwechsel sicher im Griff – und wer beim Drehmoment oder der passenden Schraubenausführung unsicher ist, lässt in der Fachwerkstatt nachsehen. Passende Schrauben in Schwarz und Silber sowie Zubehör finden Sie im Shop.