Zentrierringe erklärt: Funktion, Größe & Material
Zentrierringe sind unscheinbare Kunststoff- oder Aluminiumringe, die beim Umstieg auf Zubehörfelgen eine wichtige Aufgabe übernehmen: Sie füllen den Spalt zwischen der Radnabe des Fahrzeugs und der Mittenbohrung der Felge. Ohne diesen Ausgleich sitzt das Rad nicht exakt mittig auf der Nabe – mit spürbaren Folgen für die Laufruhe.
Wozu Zentrierringe dienen
Originalfelgen sind ab Werk passgenau auf die Nabe des jeweiligen Fahrzeugs abgestimmt. Zubehörfelgen werden dagegen mit einer bewusst größeren Mittenbohrung gefertigt, damit dasselbe Felgenmodell auf möglichst viele Fahrzeugtypen passt. Der Zentrierring reduziert diese Bohrung auf das Nabenmaß Ihres Fahrzeugs, sodass das Rad beim Anschrauben sauber zentriert wird. Die Klemmkraft bringen weiterhin die Radschrauben beziehungsweise Radmuttern auf – der Ring selbst trägt keine Last. Für das Anzugsdrehmoment gelten immer die Angaben in der Betriebsanleitung oder vom Fahrzeughersteller; nach rund 50 bis 100 km sollte die Verschraubung mit dem Drehmomentschlüssel kontrolliert werden.
Die richtige Größe finden
Ein Zentrierring ist über zwei Maße definiert:
- Außendurchmesser = Mittenbohrung der Felge; angegeben im Felgengutachten, oft auch auf der Felgenrückseite (Beispiel: 73,1 mm)
- Innendurchmesser = Durchmesser des Nabenzapfens am Fahrzeug (Beispiel: 57,1 mm)
Beide Werte lassen sich bei abgenommenem Rad mit einem Messschieber nachmessen: den Nabenzapfen außen an seiner Anlagefläche, die Mittenbohrung auf der Rückseite der Felge. Es zählt der exakte Wert – schon wenige Zehntelmillimeter Spiel machen die Zentrierung wirkungslos, und ein zu kleiner Innendurchmesser passt gar nicht erst auf die Nabe.
Kunststoff oder Aluminium?
| Kriterium | Kunststoff | Aluminium |
|---|---|---|
| Korrosion | unempfindlich, setzt sich nicht fest | kann sich an der Stahlnabe festsetzen – Nabenzapfen allenfalls hauchdünn fetten, Gewinde und Anlageflächen stets fettfrei halten |
| Wärmebelastung | für den normalen Alltagsbetrieb ausgelegt | verträgt höhere Temperaturen an der Bremse |
| Montage | leicht, lässt sich einfach einsetzen | formstabil, sitzt oft strammer |
Für den Alltag sind Kunststoffringe die übliche Wahl. Aluminiumringe bieten sich an, wenn dauerhaft hohe Temperaturen zu erwarten sind, etwa bei sportlicher Fahrweise oder häufigen Passabfahrten.
Symptome fehlender oder falscher Zentrierringe
- Vibrationen oder Zittern im Lenkrad, häufig in einem bestimmten Geschwindigkeitsbereich (typischerweise um 100–130 km/h)
- Unruhe, die trotz frisch gewuchteter Räder bestehen bleibt
- Auffälligkeiten, die unmittelbar nach einem Räderwechsel auftreten
Die Ursache: Ohne Ring wird das Rad nur über die Schraubenköpfe zentriert. Das gelingt selten hundertprozentig – ein minimaler Versatz reicht bereits für eine spürbare Unwucht. Prüfen Sie in diesem Fall zuerst, ob Ringe verbaut sind und ob die Maße stimmen.
Ein Zentrierring ersetzt übrigens nicht die passende Verschraubung: Bundform (Kegel-, Kugel- oder Flachbund) und Schaftlänge der Radschrauben müssen den Vorgaben des Felgengutachtens entsprechen. Passende Ringe in gängigen Maßkombinationen finden Sie in unserer Kategorie Zentrierringe, Zubehör für den Räderwechsel unter Werkzeug. Ein Hinweis zum Schluss: Original-Räder des Fahrzeugherstellers benötigen in der Regel keine Zentrierringe, da ihre Mittenbohrung bereits exakt dem Nabenmaß entspricht.